Matif-Weizen & Co. : Marktanalysen für Agrarprofis

Intermarket-Analyse - mehr Markttransparenz

"CEREALS VALUE" versteht den regionalen Agrarmarkt als einen Teil des internationalen Rohstoffmarktes, der wiederum in das Wirkungsgeflecht der internationalen Finanzmärkte eingebunden ist. Diese Wechselwirkungen beobachtet "CEREALS VALUE" im Rahmen der makroökonomisch fundierten Intermarket-Analyse.

Agrarrohstoffe sind neben den übrigen Rohstoffen, Aktien, Renten, Immobilien und Währungen eine wichtige Anlageklasse für institutionelle und private Anleger. Deshalb bewegt sich der Preis für Weizen, Raps, Mais und Sojabohnen nicht isoliert von den anderen Marktpreisen. Wenn z.B. Aktien unattraktiv werden, schichten die Marktakteure ihre Gelder beispielsweise in Agrarrohstoffe um - und umgekehrt.  

Die „Intermarket-Analyse“ beruht auf volks- und betriebswirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, die für die Preisbildung an den Märkten für Rohstoffe wie Weizen, Raps, Mais und Sojabohnen, aber auch für Aktien, Anleihen und Währungen relevant sind. Im  Fokus der Intermarket-Analyse stehen Wechselwirkungen dieser Märkte, die sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen nachweisen lassen. Die punktgenaue Vorhersage von Preisen und der unvorhersehbare Einfluss des Wetters auf Ernteergebnisse sind nicht Gegenstand der Analyse!

Fundamentalanalyse

Die Intermarket-Analyse bildet das Bindeglied zwischen den Ergebnissen der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse:

Die Fundamentalanalyse konzentriert sich auf die Einschätzung der ökonomischen Rahmen-bedingungen, die für die Preisbildung auf den Märkten für Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen maßgeblich sind: Auf der Angebotsseite stehen Anbauflächen, Ernten, Importe und Lagerbestände. Auf der Nachfrageseite stehen z.B. Mühlen, Futtermittelhersteller und Exporteure. Darüber hinaus berücksichtigt die Fundamentalanalyse das Engagement von Fonds, Branchenunternehmen und Kleinanlegern (Sentimentanalyse) an den internationalen Warenterminmärkten sowie agrarpolitische und handelspolitische Rahmenbedingungen, wie z.B. Export- oder Importbeschränkungen  oder -begünstigungen, die Ergebnisse der WTO-Verhandlungen oder die zunehmende Öffnung der EU-Agrarmärkte bei gleichzeitigem Abbau des Agrarpreisstützung.

Technische Analyse

Die Technische Analyse ist bei den nicht-landwirtschaftlichen (und professionellen!) Akteuren an den Finanzmärkten weit verbreitet und bildet zunehmend die Entscheidungsgrundlage für Käufe und Verkäufe von Rohstoff-Futures, Derivaten und Aktien - also für die Ableitung von Handelssignalen

Die Technische Analyse umfasst die Disziplinen Charttechnik und Markttechnik (dazu mehr z.B. bei Wikipedia). Dabei geht es vor allem um die mathematische und grafische Ermittlung von Trendrichtungen bzw. von Widerständen und Unterstützungen im Kursverlauf. Davon lassen sich individuelle Strategien für den Verkauf und Kauf von Weizen, Mais, Raps und Soja ableiten. Bei "Cereals Value" stehen folgende Charts (= Abbildungen der Kursentwicklung) im Fokus:

  • Futures an den internationalen Warenterminbörsen (Matif Weizen, CBoT Weizen, Matif Raps, Matif Mais, CBot Mais, und CBoT Sojabohnen)
  • Futures auf Erdöl (Crude Oil)
  • Futures auf Gold
  • Rohstoffindizes
  • internationale Aktienindizes
  • langfristige Staatsanleihen USA und EU-Länder
  • Wechselkurse "wichtiger" Währungen (v.a. Euro/US-Dollar)

Intermarket-Analyse als Bindeglied

Die Intermarket-Analyse überprüft abschließend, ob die Ergebnisse der Fundamentalanalyse und der Technischen Analyse mit den grundlegenden Wirkungszusammenhängen zwischen den einzelnen Teil- und/oder Finanzmärkten in Einklang stehen. Ist das nicht der Fall, stehen eventuell bedeutende Trendwechsel bevor.

Funktionierende Finanzmärkte sind beispielsweise durch folgende Wirkungszusammenhänge gekenn-zeichnet:

  • Die EU-Weizenpreise steigen bei einer Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar (Wechselkurs USD/EUR steigt).
  • Eine Aufwertung des Euro ist schlecht für die exportorientierte Wirtschaft und wirkt damit insgesamt eher negativ auf deutsche Aktien und Anleihen.
  • Der Rohölpreis steigt im Zuge eines Wirtschaftsbooms und sinkt in einer Abschwungphase.
  • Die Preise von Agrarprodukten entwickeln sich zunehmend im Sog des Rohölpreises, weil Energie immer mehr auch aus nachwachsenden Rohstoffen (Mais, Raps, Zuckerrüben und Zuckerrohr) gewonnen wird. In der Folge verteuern sich angebotsbedingt auch Agrarprodukte für die menschliche Ernährung, weil der Anbau nachwachsender Rohstoffe zu einer Flächenverknappung führt. Dies gilt auch für Futtermittel.
  • Die Preise für Getreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen beeinflussen sich gegenseitig: Alle Ackerfrüchte werden als Futtermittel und für die menschliche Ernährung eingesetzt.
  • Die Kurse von Aktien und langfristigen Staatsanleihen tendieren mittelfristig in die gleiche Richtung. Während einer Deflation ist häufig eine gegenläufige Tendenz zu beobachten.
  • Die Anleihen erreichen ihre mittelfristigen Hochs und Tiefs früher als Aktienindizes.
  • Eine Abwertung des US-Dollars erhöht die Getreidepreise in US-Dollar und beflügelt mit einer Verzögerung von meist mehreren Wochen die Aktienkurse von US-amerikanischen Getreidehandelsunternehmen wie z. B. Archer Daniels Midland.